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Die elektronische Visite elVi Videosprechstunden zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen

Digitalisierung Schleswig-Holstein
Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein in der Zusammenarbeit mit der AOK NordWest zum 1. April 2018 einen Vertrag zur Etablierung von Videosprechstunden mittels elektronischer Visite, kurz elVi, abgeschlossen. Der Vertrag dient der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen.
Die elektronische Visite elVi

Videosprechstunde – ist das nötig?
Der demografische Wandel, der zunehmende Zuzug in Städte und die steigende Nachfrage medizinischer Leistungen führen besonders in ländlichen Regionen zu Engpässen in der medizinischen Versorgung. Überwiegend ältere Patientinnen und Patienten stehen wenigen medizinischen Fachkräften gegenüber. Videokonferenzsysteme können unterschiedliche und räumlich entfernte Leistungserbringer zusammenbringen.

Videosprechstunde – was bringt das?
Zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen können unnötige Wege vermieden werden. Ärztliche Behandlungszeiten lassen sich mittels Videosprechstunde effektiv gestalten. Weiterhin fördert der Austausch über elVi eine indikationsgerechte Heil- und Hilfsmittelversorgung und ermöglicht eine verbesserte Koordination der Arzneimitteltherapie – sowohl hinsichtlich unerwünschter medikamentöser Wechselwirkungen als auch im wirtschaftlichen Sinne.

Wer erbringt die Leistungen?
An dem Vertrag können Ärztinnen und Ärzte aus dem haus- und dem fachärztlichen Bereich teilnehmen, die Mitglied in einem anerkannten und kooperierenden Praxisnetz sind. Hausärztinnen und Hausärzte müssen als eine weitere Voraussetzung einen Pflegeheimvertrag nach § 119b SGB V mit einem kooperierenden Pflegeheim vorweisen. Fachärztinnen und Fachärzte müssen berechtigt sein, die EBM-GOP 01439 (Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde) und 01450 (Zuschlag Videosprechstunde) abzurechnen.

Wer kann kann die Leistung beanspruchen?
Aktuell können Versicherte der AOK NordWest an der Vereinbarung teilnehmen. Die Patientinnen und Patienten müssen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einer vollstationären, kooperierenden Pflegeeinrichtung innehaben.

Wie funktioniert die Videosprechstunde?
Der Videosprechstunde geht immer zunächst ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt voraus. Danach können die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte jeden weiteren erforderlichen Kontakt für bestimmte Indikationen alternativ als Videosprechstunde durchführen. Unter anderem können Befunde und Vitalparameter übermittelt oder interdisziplinäre Fallkonferenzen abgehalten werden. Hergestellt wird der virtuelle Kontakt zwischen der Ärztin bzw. dem Arzt und der Patientin bzw. dem Patienten im Pflegeheim über die Software elVi der Firma La-Well. Das Programm ist von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zertifiziert worden.

Wie wird die Videosprechstunde vergütet?
Die Vergütung beträgt je durchgeführter Videosprechstunde 15 Euro. Zusätzlich kann indikationsabhängig eine Technikpauschale in Höhe von 5 Euro je durchgeführter Videosprechstunde bezahlt werden.

Kooperationspartner
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein und AOK NordWest

Weitere Informationen unter www.kvsh.de

Das Projekt im Überblick

  • Videosprechstunde für Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen
  • Ärztinnen und Ärzte aus dem haus- und dem fachärztlichen Bereich nehmen am Projekt teil
  • unnötigen Wege können vermieden und ärztliche Behandlungszeiten effektiv gestaltet werden
  • Einsatz der zertifizierten Videosprechstundensoftware elVi