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AOKTrio Mehr Gesundheit für Teenager

Digitalisierung Vernetzung Niedersachsen

Zielsetzung der neuen Versorgungsform ist die Verbesserung der Behandlungskontinuität von chronisch erkrankten Jugendlichen während der Transitionsphase sowie ein geleiteter Übergang in die Erwachsenenmedizin zur Verhinderung stationärer (Notfall-) Aufnahmen. Zugleich wollen die AOK Niedersachsen (AOKN) und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) als Vertragspartner die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen und das Patientenempowerment stärken.

AOKTrio

Nahtlose Versorgung von Heranwachsenden mit chronischen Erkrankungen
Fast 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind chronisch gesundheitlich eingeschränkt. Werden sie zu alt für den Kinder- und Jugendarzt, fallen sie häufig aus der strukturierten medizinischen Versorgung heraus. Die Folgen können Therapieabbrüche sein, da beispielsweise notwendige Medikamente nicht mehr verschrieben oder eingenommen werden. Hier setzt das Projekt AOKTrio an. Es unterstützt die nahtlose Versorgung von jugendlichen und heranwachsenden Versicherten der AOK Niedersachsen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die unter AD(H)S, Asthma, Autismus, Chronischen Darmerkrankungen (CED), Diabetes mellitus Typ 1, Epilepsie oder Rheumatischen Erkrankungen leiden. Ziel ist es, dass die Betroffenen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, in ihrer Therapietreue gestärkt werden, ihre Gesundheitskompetenz steigern und sie seltener stationär als Notfälle behandelt werden müssen.

Online-Schulung hilft beim Übergang zur Erwachsenenmedizin
Um dies zu erreichen, durchlaufen die Jugendlichen im ersten Schritt eine Online-Schulung. Sie soll die Jugendlichen in ihrer Gesundheits- und Transitionskompetenz stärken und sie zur Übernahme einer aktiven Patientenrolle anregen. Anschließend erfolgt eine strukturierte Überleitung in die Erwachsenenmedizin mit Unterstützung der teilnehmenden niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte.

Qualifizierung und Unterstützung der Ärzteschaft
Auf ärztlicher Seite sind Hausärztinnen und Hausärzte, Pädiaterinnen und Pädiater sowie Fachärztinnen und Fachärzte, die eine der genannten Erkrankungen behandeln, teilnahmeberechtigt. Die Ärzteschaft wird im Umgang mit chronisch erkrankten Jugendlichen qualifiziert; die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Ärztinnen und Ärzten zum Thema „Erwachsenwerden“ soll verbessert werden. Dazu erhalten sie u. a. eine Checkliste, die den Jugendlichen von ihrem Pädiater oder pädiatrischen Facharzt zum Ausfüllen mitgegeben wird. Die Checkliste dient als Instrument, um sowohl dem Jugendlichen als auch der Ärztin bzw. dem Arzt die Möglichkeit zu geben, Themen auszuwählen und darüber ins Gespräch zu kommen. Das Programm will Brüche in der Behandlungskontinuität vermeiden, Wissenslücken aufdecken, den Jugendlichen Wissen über ihre Erkrankung, deren Behandlung und erkrankungsspezifische Besonderheiten vermitteln und so die medizinische Versorgung optimieren.

Evaluation und langfristige Ziele
Der Erfolg von AOKTrio wird wissenschaftlich anhand von Befragungen und Routinedaten evaluiert und an der Behandlungskontinuität – der Anzahl der fortlaufenden Arztkontakte – gemessen. Darüber hinaus werden weitere wichtige Anhaltspunkte wie z. B. die Anzahl stationärer Notfallaufnahmen für den Erfolg des Projektes erhoben. Das Projekt wird für drei Jahre und neun Monate mit insgesamt ca 2,3 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall trägt AOKTrio dazu bei, dass chronisch erkrankte Jugendliche und Heranwachsende sowohl kurzfristig als auch ihr Leben lang gesünder sind. Sie erreichen eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität und übernehmen Verantwortung für ihre Gesundheit. Riskante und teure Behandlungsabbrüche können so vermieden werden.

Kooperationspartner
Kooperationspartner sind die AOK Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen sowie Haus- und Fachärzte.

Das Projekt im Überblick:

  • intensive Betreuung von chronisch kranken Teenagern
  • Stärkung der Therapietreue
  • Gesundheitskompetenz steigern