Neurologisch-psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung Ein Versorgungsnetzwerk in der Region Nordrhein

Versorgung psychisch und neurologisch Erkrankter
Übergeordnetes Ziel des Projekts war die Verbesserung der Versorgungsqualität für Versicherte mit psychischen und neurologischen Erkrankungen. Im NPPV-Projekt wurde die Versorgung der Patientinnen und Patienten in der lokalen Versorgungslandschaft neu strukturiert.
Projektteilnahme mit Bezugssystem
Teilnehmen konnten Patientinnen und Patienten mit schweren neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Schlaganfall, Bipolare Störung, Depression oder Schizophrenie. Zu Beginn erfolgte eine verbindliche Eingangsuntersuchung. Ergaben sich hieraus die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Projekt, plante und koordinierte eine Bezugsärztin bzw. ein Bezugsarzt oder eine Bezugspsychotherapeutin bzw. ein Bezugspsychotherapeut die weiterführende Behandlung.
Stepped-Care-Ansatz
Die Behandlung basierte auf dem Stepped-Care-Ansatz. Das bedeutet: Je nach Krankheitsbild und Schwere der Erkrankung wurden auf die einzelnen Patientinnen und Patienten zugeschnittene Therapiemodule angewendet. Um einen schnellen Behandlungsstart gewährleisten zu können, wurden unter anderem auch niedrigschwellige Gruppenbehandlungen angeboten. Für jede Diagnose waren Einschreibekriterien und mögliche Behandlungswege definiert.
Vernetzung und Koordination
Innerhalb der NPPV waren alle behandelnden Akteure miteinander vernetzt. In den Regionen verantwortete dies der Projektpartner IVPNetworks. Für administrative Aufgaben und Prozesse stand eine eigene sichere IT-Lösung zur Verfügung. Fünf regionale Netzwerkmanager schulten die Netzwerkpartner und waren zugleich erste Ansprechpartner. Eine zentrale Koordinationsstelle unterstützte die Etablierung neuer Angebote wie Gruppen und Online-Selbsthilfe.
Einbindung und Austausch
Ärztinnen und Ärzte aus dem hausärztlichen Bereich wurden stärker eingebunden und weitere Akteure wie Betriebsärzte und Kliniken wurden sensibilisiert. Diese konnten den Ärztinnen und Ärzten der NPPV betroffene Patientinnen und Patienten weiterleiten und in engem Austausch miteinander verbleiben. Um Doppelerfassungen zu vermeiden, gab es eine Anbindung an das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV SafeNet).
Förderung
Das Versorgungsmodell wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Parallel zur Umsetzung wurde das Projekt wissenschaftlich evaluiert. Das Ziel war eine Übernahme der neuen Struktur in die Regelversorgung.
Laufzeit
Die Projektlaufzeit war von April 2017 bis Ende 2021. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer virtuellen Ausgabe des Zi-Forums am 27. Juli 2022 vorgestellt.
Kooperationspartner
Die KV Nordrhein hat das NPPV-Projekt entwickelt und führte es mit Unterstützung der IVPNetworks GmbH durch. In der Versorgung kooperierte das Projekt mit der AOK Rheinland/Hamburg und dem BKK-Landesverband Nordwest. Über 14.000 Patientinnen und Patienten in der Region Nordrhein sowie mehr als 430 Praxisstandorte nahmen daran teil.
Weitere Informationen unter nppv-nordrhein.de
Das Projekt im Überblick
- Versorgung neurologisch und psychiatrisch erkrankter Patientinnen und Patienten ab 18 Jahre
- Teilnahme niedergelassener Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten in der Region Nordrhein
- Für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg, der Continentale BKK und der BKK Deutsche Bank
- Austausch der behandelnden Akteure über eine sichere IT-Plattform
