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Physician Assistants meet Allgemeinmedizin (PAAM) Integration von Physician Assistants (PAs) in die hausärztliche Versorgung

Sicherstellung Vernetzung Westfalen-Lippe

Das überregionale Projekt „Physician Assistants meet Allgemeinmedizin“ (PAAM) untersucht, welchen Beitrag PAs in der hausärztlichen Versorgung leisten können und wie die interprofessionelle Kooperation mit Ärztinnen und Ärzten sowie MFA optimal gestaltet werden kann.

Physician Assistants meet Allgemeinmedizin (PAAM)

Physician Assistants (PAs) sind im stationären Sektor längst etabliert, doch auch als Ergänzung ambulanter Behandlungsteams können sie eine wertvolle Unterstützung sein. PAs haben ein medizinisch ausgerichtetes Bachelorstudium absolviert. Sie übernehmen unter ärztlicher Delegation standardisierbare Aufgaben im Rahmen der Patientenbehandlung, die deutlich oberhalb des durch qualifizierte Medizinische Fachangestellte (MFA/NäPa/VERAH/EVA) etablierten Tätigkeitsspektrums liegen und zuvor von Ärztinnen und Ärzten selbst ausgeführt wurden. Diese wiederum können sich hierdurch vermehrt komplexeren Aufgaben widmen. Wie das in der hausärztlichen Teampraxis funktioniert, untersucht seit Januar 2025 das überregionale Projekt „Physician Assistants meet Allgemeinmedizin“ (PAAM). 

Das Projekt wird von einem interprofessionellen Forschungsteam getragen, zu dem insgesamt 11 Konsortial- und 10 Kooperationspartner zählen, darunter die BARMER, die KVWL, das IÄQSH und vier Institute der universitären Allgemeinmedizin in NRW. PAAM wird mit rund 6,75 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Studienregionen sind Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein. 

Im Rahmen einer cluster-randomisierten Studie sollen in den 24 Hausarztpraxen der Interventionsgruppe für einen Zeitraum von 18 Monaten Physician Assistants eingestellt werden; die 28 Hausarztpraxen der Kontrollgruppe arbeiten weiter wie bisher. Die Studienintervention umfasst eine hausarztpraxis-spezifische Qualifizierung der Studien-PA im ersten Halbjahr sowie ein longitudinales Coaching der interprofessionellen hausärztlichen Teams für eine umfassend gelingende Zusammenarbeit. Die Effekte der Intervention werden umfassend wissenschaftlich evaluiert.

Was ist das Ziel des Projektes?
Ziel ist es zu klären, welchen Beitrag PAs in der hausärztlichen Versorgung leisten können und wie die interprofessionelle Kooperation mit Ärztinnen und Ärzten sowie MFA optimal gestaltet werden kann. Dabei stehen Patientensicherheit, Versorgungsqualität, Kapazität, Zufriedenheit und Effizienz im Fokus. Die Erkenntnisse sollen helfen, die Rolle von PAs weiterzuentwickeln und ihr Potenzial in der ambulanten Medizin künftig besser zu nutzen.

Konsortial- und Kooperationspartner
Abteilung für Allgemeinmedizin (AMRUB), Ruhr-Universität Bochum (RUB); Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (AMIB), RUB; Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.; AOK Bundesverband GbR; Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO); BARMER; Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants e.V.; Deutscher Hochschulverband Physician Assistant (DHPA) e.V.; Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement GmbH (EsFoMed); EU|FH Hochschule für Gesundheit, Soziales und Pädagogik; Fliedner Fachhochschule (FFH), Düsseldorf; Forschungsstelle Medienrecht, TH Köln; Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf; Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Essen; Institut für Allgemeinmedizin u. amb. Gesundheitsversorgung (IAMAG), Universität Witten/Herdecke; Institut für Ärztliche Qualität Schleswig-Holstein gGmbH; Institut für Staatsrecht, Universität zu Köln; Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL); Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen; Verband medizinischer Fachberufe e.V.; Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Das Projekt auf einen Blick

  • Ziel: erfolgreiche Implementierung von PAs in die hausärztliche Versorgung
  • Teilnehmende: 24 Interventions- und 28 Kontrollpraxen in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein
  • Leitung: Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Essen
  • Förderung: Innovationsfonds des G-BA