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QuaMaDi Digitale Vernetzung und KI-gestützte Mammographie-Diagnostik

Digitalisierung Sicherstellung Vernetzung Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat eine vergleichsweise hohe Inzidenz für Brustkrebs. Eine Verdachtsdiagnose stellt eine hohe emotionale Belastung für die betroffenen Frauen dar. Eine Fehldiagnose kann schwerwiegende Folgen haben und führt möglicherweise zu unnötigen Eingriffen. 

QuaMaDi

Verbesserte Versorgung für Risikopatientinnen
Die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik richtet sich an Frauen in Schleswig-Holstein mit einem Verdacht oder einem erhöhten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Da ausschließlich Patientinnen mit Befund oder Verdachtsfaktoren in das Programm einbezogen werden, unterscheidet es sich trotz weitgehender Prozessanalogien grundsätzlich vom primär für gesunde Frauen implementierten Mammographie-Screening.

Medizinischer Ansatz  
Zu den Kernelementen des Programms gehören die Risikoeinstufung und Aufnahme der Patientinnen in das Programm durch die behandelnden Gynäkologinnen und Gynäkologen. Eine regelhafte und unabhängige Beurteilung der Mammographieaufnahmen durch eine(n) zweite(n) Radiologin bzw. Radiologen erhöht die Sicherheit der Beurteilung. Bei Malignitätsverdacht oder einem Dissens zwischen der radiologischen Erst- und Zweitbeurteilung erfolgt eine zusätzliche Beurteilung sowie gegebenenfalls notwendige Abklärungsuntersuchung in einem spezialisierten Brustzentrum in einer Klinik.

Neuer Schritt: KI-Unterstützung in der Mammographie
Ab dem 1. Juli 2025 wird QuaMaDi durch den Einsatz einer zertifizierten KI-Software erweitert. Die KI analysiert digitale Mammographien, hebt auffällige Strukturen hervor und berechnet Wahrscheinlichkeiten für bösartige Veränderungen. Damit unterstützt sie Radiologinnen und Radiologen gezielt bei der Befundung – insbesondere komplexer Fälle. In klar unauffälligen Fällen kann sogar auf die übliche Zweitbefundung verzichtet werden, wodurch Ressourcen effizienter eingesetzt werden – bei gleichbleibend hoher Diagnosesicherheit.

Die Ärzte treffen weiterhin die endgültige Diagnose – die KI ersetzt sie nicht, sondern ergänzt ihre Expertise mit schneller Priorisierung und besseren Erkennungsraten, insbesondere bei kleinen Tumoren.
 

Kooperationspartner

  • Landesverbände der Krankenkassen und Verband der Ersatzkassen: AOK NordWest, BKK Landesverband NORDWEST, IKK - Die Innovationskasse, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), Knappschaft, Techniker Krankenkasse, BARMER, DAK-Gesundheit
  • Berufsverbände der Frauenärzte, der Radiologen, der Pathologen
  • Vertreter der klinischen Referenzzentren
  • Schirmherrin: Prof. Dr. Kerstin von der Decken (Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holsteins)

Das Projekt wird vom Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holsteins gefördert.

Weitere Informationen unter https://www.kvsh.de/praxis/vertraege/quamadi

Das Projekt im Überblick

  • KI-gestützte Diagnostik: Eine zertifizierte Künstliche Intelligenz unterstützt Radiologinnen und Radiologen bei der Befundung von Mammographien und erkennt auffällige Strukturen frühzeitig.
  • Effizienz durch Priorisierung: Unauffällige Befunde können schneller abgeschlossen, auffällige gezielt weiter untersucht werden – das entlastet Fachpersonal und beschleunigt Prozesse.
  • Hohe Qualität bleibt erhalten: Die bewährten Strukturen bleiben bestehen, werden aber durch KI optimiert – für gleichbleibend hohe diagnostische Sicherheit.
  • Wissenschaftlich begleitet: Das Modellvorhaben wird durch die Universität Lübeck evaluiert und liefert Erkenntnisse zur Wirksamkeit von KI in der Brustkrebsfrüherkennung.