ReGeN Regionale Gesundheitsnetze und -regionen evaluieren und weiterentwickeln

Hintergrund
Das deutsche Gesundheitssystem bietet Patientinnen und Patienten eine hohe Wahlfreiheit bei der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen. Diese Freiheit und mangelnde Kommunikation können jedoch auch Herausforderungen wie Versorgungsbrüche, Über- oder Unterversorgung und ineffiziente Behandlungsabläufe mit sich bringen. Gesundheitsnetze und -regionen setzen hier an: Sie fördern die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Bislang fehlt jedoch ein standardisiertes Instrument, um ihre Versorgungsleistung zu bewerten und zu vergleichen.
Was ist ReGeN?
ReGeN ist ein vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördertes Projekt, das im Januar 2026 gestartet ist. Das Projekt wird unter der Konsortialführung der Technischen Universität München durchgeführt und untersucht Gesundheitsnetze und -regionen in Deutschland. Ziel von ReGeN ist es, die Versorgungsqualität in vernetzten Strukturen zu bewerten, Erfolgsfaktoren zu identifizieren und ein bundesweit anwendbares Kern-Indikatorenset zu entwickeln. So sollen Gesundheitsnetze und -regionen gestärkt und ihre Rolle in der Versorgungslandschaft der Zukunft definiert werden.
Wie funktioniert ReGeN?
Ein Projektziel ist die Entwicklung eines Kern-Indikatorensets, das die Versorgungsqualität in Gesundheitsnetzen und -regionen messbar macht. Dieses Set umfasst Indikatoren zur Kontinuität und Koordination der Versorgung, zur Prävention, zum Medikationsmanagement und zur leitliniengerechten Behandlung. Das Indikatorenset wird in einem strukturierten Delphi-Prozess von Expertinnen und Experten konsentiert.
Parallel dazu werden deutschlandweit Gesundheitsnetze und -regionen mittels Fragebogen und vertiefenden Interviews zu ihrer Struktur, ihren Zielsetzungen und Herausforderungen befragt. Diese Erhebung ermöglicht eine systematische Beschreibung der Netzwerklandschaft und identifiziert Erfolgsfaktoren für gelungene Kooperationen.
Abschließend wird die Versorgungsqualität in Gesundheitsnetzen und -regionen mittels quasi-experimenteller Methoden mit der Regelversorgung verglichen. Die Ergebnisse zeigen, ob und in welchen Bereichen vernetzte Versorgung zu besseren Behandlungsergebnissen führt. Durch eine Netzwerkanalyse soll identifiziert werden, welche Ärztinnen und Ärzte und weitere Leistungserbringenden in den Regionen bereits informell zusammenarbeiten und wo neue Kooperationen entstehen können.
Förderung
Das Projekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert, ist zum 01.01.2026 gestartet und läuft bis 31.12.2028.
Projektpartner
AOK Bayern, AOK Rheinland/Hamburg, BARMER sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe
Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite der TU München (öffnet in neuem Tab).
Das Projekt im Überblick
- Entwicklung eines Kern-Indikatorensets zur Bewertung der Versorgungsqualität in Gesundheitsnetzen und -regionen
- Befragung von Gesundheitsnetzen zu Struktur, Zusammenarbeit und Herausforderungen
- Konsentierung zentraler Qualitätsindikatoren in einem strukturierten Delphi-Prozess
- Vergleich der Versorgungsqualität vernetzter Strukturen mit der Regelversorgung
- Netzwerkanalyse zur Identifikation bestehender Kooperationen und Erfolgsfaktoren
