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SmED Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland

Notfallversorgung Bundesweit

SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) ist eine Software, die durch gezielte und strukturierte Fragen eine fundierte Empfehlung zur Behandlungsdringlichkeit und zum geeigneten Behandlungsort ermöglicht. Dies unterstützt Anwenderinnen und Anwender oder Patientinnen und Patienten bei der Entscheidungsfindung bezüglich der optimalen Versorgungsmöglichkeiten in Akut- und Notfällen. Der Abfrageprozess von SmED erfasst systematisch Symptome (Haupt- und Nebenbeschwerden), Krankheitsbilder, Vorerkrankungen sowie Risikofaktoren (sogenannte „Red Flags“). Auf dieser Basis generiert das System eine Empfehlung hinsichtlich der Versorgungsdringlichkeit des geeigneten Behandlungsortes und ggf. notwendiger Ressourcen oder Kompetenzen, die als Entscheidungsgrundlage für die weitere Zuweisung oder Behandlung dient.

SmED

SmED Telefon
SmED wird seit 2020 bei den Kassenärztlichen Vereinigungen unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116117 eingesetzt. Nach einem initialen Ausschluss von Notfallleitsymptomen, die eine Notfallbehandlung durch Rettungsdienst und Notaufnahme erfordern, wird den Patientinnen und Patienten anhand der Abfrage eine Versorgungsebene und Versorgungsdringlichkeit zugewiesen. Anhand dieser steuern die Mitarbeitenden die Patientinnen und Patienten in eine geeignete Versorgungseinrichtung. Diese kann auch eine Telekonsultation mit den diensthabenden Ärztinnen und Ärzten bei der KV sein.
Die Mitarbeitenden der 116117 Servicezentralen haben mittels einer PIN auch Zugriff auf die initial durchgeführte Selbsteinschätzung (SmED Patient) und können so den begonnenen Fall schnittstellenarm weiterbearbeiten.
Statistiken zur Nutzung von SmED bei den Kassenärztlichen Vereinigungen finden Sie auch auf unserem SmED-Dashboard.

SmED Patient
SmED Patient ist eine Konfiguration von SmED zur Selbsteinschätzung. Es kann als digitale Ergänzung Hilfesuchende dabei unterstützen, einen passenden Ansprechpartner zur Behandlung der Beschwerden zu finden. Die Abfrage von SmED Patient erfolgt via Chatbot und beginnt neben den Patientenmerkmalen stets mit der Abfrage, ob eine unmittelbar lebensbedrohliche Situation vorliegt. Anschließend werden die Nutzenden vollständig zu ihrem Beschwerdebild befragt.
Am Ende des Befragungsprozesses wird eine Empfehlung zu Versorgungsdringlichkeit, -ebene und notwendigen Versorgungsressourcen generiert. Des Weiteren können Hinweise zu Selbsthilfemaßnahmen angezeigt werden. All diese Angaben sind für die jeweilige Einsatzumgebung konfigurierbar. Auf einer anschließenden Zielseite können individuelle Angebote angezeigt werden.
Die KBV nutzt SmED Patient im Patienten-Navi. Dem Nutzer werden die individuellen Angebote der KV vor Ort angezeigt. Dazu gehört die Arztsuche, die Suche nach Bereitschaftspraxen, der Terminservice, die Rufnummer 116117 und die Empfehlung, die 112 zu wählen.

SmED Kontakt+
SmED kann in Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigungen eingesetzt werden, um den Fachkräften eine standardisierte Einschätzung zum Patientenzustand zu ermöglichen und somit zu einer effektiven Steuerung beizutragen. Insbesondere können Notfälle direkt am Tresen standardisiert erkannt werden und somit Patientinnen und Patienten unverzüglich in die Notaufnahme gesteuert werden. SmED kann darüber hinaus dazu dienen, Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die nicht in der Notdienstpraxis versorgt werden müssen und in die ambulante Regelversorgung gesteuert werden können. Hierzu können IVENA-Steuerungscodes angezeigt werden. All diese Angaben sind für die jeweilige Einsatzumgebung konfigurierbar. Somit kann SmED zu einer Entlastung der Notdienstpraxen beitragen.

Weitere Informationen unter SmED sowie in Youtube.

Das Projekt im Überblick

  • SmED ist eine Software, die medizinisches Fachpersonal wie Medizinische Fachangestellte, Notfallsanitäter:innen oder Rettungsassistent:innen bei der Ersteinschätzung von Patient:innen evidenzbasiert unterstützt. Dabei werden keine (Verdachts-) Diagnosen gestellt.
  • SmED macht Handlungsvorschläge. Die Verantwortung liegt letztlich beim medizinischen Fachpersonal.

Vorteile der strukturierten Ersteinschätzung mit SmED

  • Auf Basis medizinischer Kriterien lassen sich Patient:innen gezielt zum richtigen Zeitpunkt in eine angemessene Versorgungsebene führen.
  • SmED steht für Patientensicherheit und Handlungssicherheit, denn alle Warnzeichen für Notfälle und abwendbar gefährliche Verläufe können sicher erkannt werden.
  • SmED sorgt für einen einheitlichen Ersteinschätzungsstandard für alle Anwendungsstandorte, zugleich wird passives Wissen der Anwender:innen aktiviert.
  • Aus der Anwendung entsteht eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation des Befragungsprozesses und der resultierenden Handlungsempfehlung für die Patient:innen.
  • Dokumentation (Assessment) kann elektronisch weitergeleitet werden und ermöglicht eine zielgerichtete Information der behandelnden Ärzt:innen im Sinne einer Erstanamnese.