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ElektRA Elektive Förderung Rationaler Antibiotikatherapie

Sicherstellung Baden-Württemberg Bayern Bremen Hessen Niedersachsen Nordrhein Saarland Schleswig-Holstein Westfalen-Lippe

Antibiotika sind essentieller Bestandteil der modernen Pharmakotherapie, doch ihre Wirksamkeit ist durch die Ausbreitung von Resistenzen, also die Unempfindlichkeit von Bakterien gegenüber antibiotischen Substanzen, gefährdet. Nicht indizierte Antibiotikaverordnungen gelten als Hauptursache für die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen. Im Projekt ElektRA – Elektive Förderung Rationaler Antibiotikatherapie – wurden Ansprache- und Interventionsformen erprobt, die den Einsatz von Antibiotika im hausärztlichen Setting optimieren sollten. 

ElektRA

Ziele des Projekts 
ElektRA sollte dazu beitragen, im Bedarfsfall eine möglichst optimierte, rationale Antibiotikatherapie zu gewährleisten. Im Zentrum des Projekts stand die Förderung des rationalen Einsatzes von Antibiotika in der hausärztlichen Praxis. Hierbei wurde auf dem Innovationsfondsprojekt RESIST aufgebaut, in welchem bereits eine relevante Optimierung des Verordnungsverhaltens freiwilliger Teilnehmender erzielt werden konnte. Dabei waren allerdings Ärztinnen und Ärzte unterrepräsentiert, die überproportional häufig Antibiotika bzw. bestimmte Wirkstoffgruppen verordnen.

Studiendesign
Hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte mit einem quantitativ und/oder qualitativ auffälligen Verordnungsverhalten wurden identifiziert und zufällig verschiedenen Interventionsgruppen zugeteilt. Je nach Gruppe wurden den Ärztinnen und Ärzten Informationen zum Verordnungsverhalten und/oder Fortbildungsmöglichkeiten angeboten: Neben grafisch aufbereitetem Feedback wurden auch eine projekteigene Online-Fortbildung sowie von Peers moderierte Fortbildungen zu rationalen Verordnungspraxis und Kommunikationsstrategien eingesetzt. Das Verordnungsverhalten vor und nach der Intervention wurde ermittelt und sowohl innerhalb als auch zwischen den Gruppen verglichen.

Prozessevaluation
Die in den Gruppen erprobten Interventionen wurden mittels Mixed-Methods-Ansatzes evaluiert. Es wurde ermittelt, wie die Interventionsinhalte von den Teilnehmenden wahrgenommen, akzeptiert und im Praxisalltag umgesetzt wurden. Darüber hinaus wurden auch Ärztinnen und Ärzte, die einer Gruppe zugeteilt, aber an der Intervention nicht teilgenommen haben, befragt, um Barrieren sowohl bezüglich der Teilnahme als auch bei der Umsetzung der neuen Versorgungsform zu identifizieren.

Implikationen und Nutzen
Ziel war, eine Sensibilisierung für das Thema und eine nachhaltige Verhaltensänderung im Umgang mit Antibiotika zu erreichen. Langfristig kann dies zu einer niedrigeren Verordnungsrate und einer rationalen Wirkstoffauswahl führen, was wiederum die Behandlungsqualität verbessert sowie Neben- und Wechselwirkungen vermindert und zur Resistenzvermeidung beiträgt.

Förderung 
Das Projekt wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. 

Laufzeit
Projektbeginn war im Januar 2021. Das Projekt wurde im Dezember 2024 abgeschlossen sein. Das Zi hat im Mai 2025 eine Online-Veranstaltung mit der Vorstellung der Projektergebnisse veranstaltet.

Kooperationspartner
ElektRA wurde getragen vom Verband der Ersatzkassen e. V. sowie neun Kassenärztlichen Vereinigungen (Baden-Württemberg, Bayerns, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe). In der Entwicklung der Fortbildungen war die GPZK – gemeinnützige Gesellschaft für patientenzentrierte Kommunikation mbH federführend. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgte über das Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie am Universitätsklinikum Hamburg sowie über das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Das Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie Universitätsmedizin Rostock verantwortete die Prozessevaluation. 

Das Projekt wurde aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.

Den Ergebnis- und Evaluationsbericht finden Sie auf der Seite des G-BA (öffnet in neuem Tab).

Das Projekt im Überblick

  • Projekt zur Optimierung des Antibiotikaeinsatzes in der hausärztlichen Versorgung in neun Kassenärztlichen Vereinigungen
  • Identifikation wirksamer Ansprache- und Interventionsformen für Ärztinnen und Ärzte, die überproportional häufig Antibiotika oder aber bestimmte Wirkstoffe verordnen
  • Förderung der Behandlungsqualität für die/den einzelnen Patientin/Patienten und Sicherung der Wirksamkeit von Antibiotika durch die Vermeidung weiterer Resistenzbildungen